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Warum Frauen predigen sollten

Liebe Freunde,

viele von euch haben sich mit Fragen an uns gewandt und uns durch die Zusendung ihrer Gebetsanliegen Vertrauen geschenkt. Ihr liegt uns sehr am Herzen und eine der Fragen, die uns besonders wichtig erscheint, werden wir nun beantworten. Denn es ist uns bewusst, dass die Antwort für viele Menschen wichtig ist, besonders für jene von euch, die bibeltreu leben wollen und auf der Suche sind nach der Wahrheit des Wortes Gottes.

Frauen predigen - darf das denn sein?

Es geht diesmal um folgende Frage: Ist es biblisch, dass Frauen predigen, wenn Paulus sagt, die Frauen sollen in der Gemeinde schweigen?

Viele Bibelstellen werden in diesem Zusammenhang irrtümlich gedeutet und falsch interpretiert. Das erklärt auch, warum das Predigen zu einer Männerdomäne geworden ist.

Sieben Schlüsselfragen

Wenn man der Sache auf den Grund gehen will, was das Wortes Gottes zu einem Thema tatsächlich sagt, sind folgende Schlüsselfragen für das richtige Verständnis wichtig:

  • Wer spricht?
  • In welcher Autorität wird gesprochen?
  • Mit welchem Recht wird gesprochen?
  • Zu wem wird gesprochen?
  • In welcher Absicht wird gesprochen?
  • Zu welchem Zeitpunkt wird gesprochen?
  • In welchem Kontext wird gesprochen? (thematisch oder historisch)

Wenn man diese Erkenntnisse völlig ausblendet, könnte man mit der Bibel sogar beweisen, dass zu Paulus` Zeiten nicht nur Menschen, sondern auch Häuser getauft worden sind.

Die fünf gesalbten Dienstgaben im Leib Christi

Es gibt viele gute, plausible, aber vor allem biblische Gründe dafür, warum Frauen predigen und lehren sollten.

In Epheser 4, 11-14 steht geschrieben:

11 Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten - und Lehrer, 12 zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi, 13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses der Fülle Christi. 14 Denn wir sollen nicht mehr Unmündige sein, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch die Betrügerei der Menschen, durch ihre Verschlagenheit zu listig ersonnenem Irrtum.

Epheser 4, 11-14

"Er" - nämlich Jesus - hat Ämter gesetzt: Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer, die dazu bestimmt sind, die Gläubigen in Christus aus geistlicher Unmündigkeit herauszuführen und zur vollen Reife in Christus zu bringen. Solange Menschen unmündig in Christus sind, braucht es diese Ämter. Für diese Ämter werden Menschen von Gott gesalbt und berufen.

Keine Diskriminierung in Christus

"die einen" bezieht sich auf Männer und Frauen, wie wir gleich sehen werden, die nicht von Menschen gewählt, sondern von Gott berufen und gesalbt sind.

In Galater 3, 28 steht:

28 Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.

Galater 3, 28

"In Christus" gelten weder nationale, gesellschaftliche oder geschlechtliche Unterschiede. Die Einheit in Christus ist frei von Diskriminierung.

Frau oder Mann - auf die Berufung kommt es an!

In Epheser 2, 20 bestätigt Paulus, dass Apostel und Propheten das Fundament in Christus legen: "Ihr seid aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist."

Um ein solides und stabiles Fundament in Christus zu bauen, ist die Fähigkeit notwendig, das Wort Gottes richtig zu lehren und zu predigen. Diese Fähigkeit besitzen Männer oder Frauen, die von Gott berufen und in Christus gesalbt sind.

Im Alten Testament gab es drei Ämter, für die Menschen zum Dienst gesalbt wurden: König, Priester und Prophet.

Frauen, die im Amt des Propheten standen, werden im Alten Testament sogar namentlich genannt, zum Beispiel die Prophetin Mirjam, Aarons Schwester, die Prophetin Debora, die das Volk Gottes zum Sieg führte, oder die Prophetin Hulda. Diese Frauen waren berufen und fähig, das Volk in Gottes Wegen zu unterweisen. Wenn Frauen bereits im Alten Testament ein so bedeutendes Amt erfüllten, wie viel mehr im Neuen Testament, damit die Gläubigen gelehrt und unterwiesen werden können.

Aussagen von Paulus missbraucht

Die Bedeutung der Frauen, die von Gott berufen und gesalbt sind, wurde ignoriert und gezielt unterdrückt, weil die meisten männlichen Prediger Ego-Komplexe haben und mit sich selbst nicht klar kommen.

Um die Unterdrückung von Frauen zu rechtfertigen, werden viele Vorwände gebraucht und die Aussagen von Paulus missbraucht.

Zum Beispiel sagt Paulus zu Timotheus in 1.Tim 2,12 "Ich erlaube aber einer Frau nicht zu lehren, auch nicht über den Mann zu herrschen, sondern ich will, dass sie sich in der Stille halte (...)

Wenn er sagt "Ich (Paulus) erlaube nicht..." dann trifft er diese Anordnung nicht, um in der Gemeinde einen Geist des Chauvinismus auszubreiten, sondern um für die gegenwärtige Situation die Ordnung wiederherzustellen - in dieser speziellen Gemeinde, die er selbst gegründet hat und in der Timotheus als Pastor dient.

Im 1. Kor. 7,12 trifft Paulus folgende Aussage: "Den Übrigen aber sage ich, nicht der Herr...". Paulus unterscheidet in seinen Briefen, ob er - Paulus selbst - etwas sagt oder ob der Herr etwas sagt. Paulus handelt in der Weisheit, die ihm Gott gegeben hat. Und Paulus weiß auch, dass er in seinen Aussagen durch den Heiligen Geist geführt wird, konkret in bestimmte Situationen hineinzusprechen, wo es erforderlich war.

Dies ist verschiedenen Bibelstellen in seinen Briefen zu entnehmen. Seine Verantwortung für die Gemeinde und sein legitimes Ziel sind es, Menschen, die in geistlichen Dingen unmündig sind, zu helfen, zur vollen Reife in Christus zu kommen.

Dem Geist Gottes folgen

Paulus weiß, wie man mit dem Heiligen Geist zusammen arbeitet und er ist fähig, zu erkennen, welche Herausforderungen es gibt. Ebenso ist er fähig, mit dem Heiligen Geist Lösungen in der Wahrheit des Wortes Gottes zu schaffen. Solange Menschen den Heiligen Geist nicht kennen, sind sie auch nicht fähig, ihm zu folgen. Timotheus ist ein junger Mann - von Paulus eingesetzt - um die junge Gemeinde, die durch Verfolgung und schwierige Zeiten geht, zu leiten. Da Timotheus von einigen wegen seines jungen Alters nicht ernst genommen wird (1. Tim 4,12), schreibt Paulus die Anweisungen an Timotheus und an die Gemeinde. Zu diesem Zeitpunkt und unter den gegebenen Umständen erlaubt Paulus in dieser Gemeinde nicht, dass Frauen lehren, da sie darauf noch nicht vorbereitet waren. Er sagt jedoch nicht: "Der Herr erlaubt es nicht."

Ein anderes Beispiel:

32 Und die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. 33 Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens. Wie es in allen Gemeinden der Heiligen ist, 34 sollen die Frauen in den Gemeinden schweigen, denn es wird ihnen nicht erlaubt, zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. 35 Wenn sie aber etwas lernen wollen, so sollen sie daheim ihre eigenen Männer fragen; denn es ist schändlich für eine Frau, in der Gemeinde zu reden.

1. Kor. 14,32-35

Hier spricht Paulus in eine Situation der Unordnung, der Rebellion und des Streites hinein. Geschwätzigkeit und Unruhe lenkten von der Verkündigung des Wortes Gottes ab. Es herrschte nicht der Friede im Heiligen Geist. Paulus sorgte für die Ordnung, die auch für die Verwaltung der Gemeinde nötig war. Diese göttliche Ordnung muss da sein, damit der Friede im Heiligen Geist Raum gewinnen kann und das Wort Gottes wachsen kann. Gemeint ist der Friede im Heiligen Geist - nicht der Friede der Welt.

Er sprach damit Frauen nicht die Berufung ab, zu lehren und zu predigen.

Wer diese Bibelstelle benutzt, um Frauen eine göttliche Berufung zum Predigen abzusprechen, missbraucht das Wort Gottes.

Chauvinismus unter deutschen Pastoren und Leitern

Trefflich schreibt Dr. Yonggi Cho, Männer sind oft sehr langsam im Hören von dem HERRN, Frauen sind Schätze in der Gemeinde. Die westlichen Kulturen gebrauchen den Dienst von Frauen nur wenig und das ist ein Fluch für deren Gemeinden. Im Übrigen sind mehr als 70% seiner Pastoren und Leiter Frauen.

In Deutschland haben Männer große Probleme mit Frauen, die predigen.

Darüber sprachen wir als Leiter auch mit Dr. Wolfhard Margies im März 2007, als er bei uns Gastsprecher war. Unter anderem ging es darum, dass deutsche Pastoren und Leiter ein grundsätzliches Problem mit Frauen haben, die predigen. Margies stimmte zu, und sagte salopp zu unserer Pastorin: "Pech gehabt! Bist eben ein Untermensch!"

Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass die fünf Ämter Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer göttliche Berufungen sind, die es nicht nötig haben, von Menschen gewählt, ernannt oder ordiniert zu werden. Für diese Dienste in Christus macht das Geschlecht keinen Unterschied.

In der Freiheit des Heiligen Geistes

Liebe Freunde, wir haben hier eine Pastorin - eine Frau, die erkennbar berufen und gesalbt ist, inmitten einer Männerdomäne einen Dienst in der Schönheit und Freiheit des Heiligen Geistes zu gründen und aufzubauen. Sie war und ist in all den Jahren ein Vorbild für uns. Sie hat sich durch den religiösen chauvinistischen Druck in Deutschland nicht korrumpieren lassen, sie hat sich selbst, die Gemeinde, das Wort Gottes und den Heiligen Geist nicht verkauft. Darauf sind wir stolz!