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Macht, Sex und Intrigen

Ein Beitrag von Vivian und Andreas Fischer

Unter dem Titel „Macht, Sex und Intrigen“ bringen wir heute unseren nächsten Beitrag.

Eine junge Frau berichtet:

Kindheit und Jugend

Seit ich ein kleines Mädchen war, hatte meine Mutter ständig Affären mit irgendwelchen Männern. Während mein Vater, der Alkoholprobleme hatte, keine Beziehung zu mir aufbauen konnte, lebte auch meine Mutter ihr eigenes Leben. Sie wechselte ständig ihre Liebhaber, die sich sogar bis Berlin verteilten. Die meisten ihrer Liebschaften stellte sie uns Kindern irgendwann als „Freunde“ oder „Bekannte“ vor. Damals begriff ich nicht, warum wir überhaupt so großzügig von diesen Männern beschenkt wurden - aber was versteht schon ein kleines Kind von solchen Dingen.

Als Teenie nahmen bedrückende Kälte und Einsamkeit mir den Lebensmut. Minderwertigkeitskomplexe und Selbstmordgedanken machten mir zu schaffen. Für meine Zukunft hatte ich keine Hoffnung mehr. Ich wurde depressiv.

Die Wende meines Lebens

Doch dann kam alles anders. An einem Tag folgte ich einer Einladung zu einem Gottesdienst ins Christliche Centrum Rhema, der charismatischen Gemeinde in Bayreuth. Ohne zu ahnen, was das für mich bedeuten würde, traf ich eine Entscheidung für Jesus.

Die Bedrückung fiel von mir ab und ich bekam neue Zuversicht. Eine bis dahin noch nicht gekannte Freude erfüllte meine Seele. Ich war frei von Depression.

Eifersucht einer gescheiterten Mutter

Meine Mutter bemerkte sofort die Veränderung. Eigentlich hätte sie sich darüber freuen müssen. Aber die Tatsache, dass nicht sie, sondern andere dazu beitrugen, dass mein Leben eine positive Wende nahm, machte sie aggressiv und eifersüchtig.

Sie besprach sich mit ihrer Schwester in Berlin – meiner Tante M.

Das Doppelleben meiner Tante in Berlin

Meine Tante ist von ganz besonderer Sorte. Ursprünglich betrieb sie einen kleinen Friseursalon in Berlin. Später schwärmte sie für ganz andere Dinge: Latex, Lackleder und Peitsche. In ihrem Sado-Maso-Gewerbe galt sie als Domina. Natürlich war meine Mutter ihre beste Unterstützerin.

Was man meiner Tante zu Gute halten „könnte“, war ihr Interesse am spirituellen Leben. Sie war Mitglied der charismatischen Berliner „Gemeinde auf dem Weg“ von Pastor Dr. Wolfhard Margies. Interessiert besuchte sie die Hausgruppen und meinte das interne Leben dieser Gemeinde zu kennen.

Zudem pflegte sie auch gute Beziehungen zu Sektenbeauftragten in Berlin, an die sie ihr Wissen aus dem Gemeindeleben weitergab. Meine Tante wusste, wie man sich mit solchen Leuten warm hält. Nun gab sie Tipps und Erfahrungen an meine Mutter weiter.

Die Rufmordkampagne gegen das Christliche Centrum Rhema

Meine Mutter fing damit an, heimlich den Pfarrer zu uns nach Hause einzuladen. Danach besprach sie sich mit Sektenbeauftragten, schmierigen Journalisten und anderen dubiosen Gestalten.

Ich wurde ausgehorcht und sollte über das Gemeindeleben und über das Privatleben von Katharine Siegling erzählen. Ich wurde erpresst und bedroht. Bei Kinobesuchen mit meiner Schwester wurde ich beschattet. Sogar der Kontakt zu meiner kleinen Nichte wurde mir verboten. Wenn ich nicht zu Hause war, durchstöberten sie mein Zimmer und meine persönlichen Sachen, um Material für Sektenbeauftragte zu sammeln.

Sie planten eine Rufmordkampagne gegen das Christliche Centrum Rhema und Katharine Siegling. Als mir später einmal der Sektenpfarrer und Kirchenrat Bernhard Wolf über den Weg lief, musterte er mich mit seinem milchigen, abstoßenden Blick. 

Mein Leben heute

Mit 15 kündigte ich meine Mitgliedschaft in der Evangelisch-lutherischen Kirche. Ein Jahr später zog ich von zu Hause aus.

Heute bin ich eine glückliche Frau, habe einen großen Freundeskreis und bin Assistentin der Geschäftsführung eines erfolgreichen Unternehmens.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich von ganzem Herzen all den Menschen danken, die mir geholfen haben, meinen Weg zu finden. Besonders dankbar bin ich meiner Pastorin Katharine Siegling, die meine Gaben entdeckt, mich liebevoll gefördert und mein Selbstwertgefühl aufgebaut hat.

Soweit die dramatische Lebensgeschichte dieser jungen Frau.

Kommentar

Ich kenne Pastor Dr. Wolfhard Margies persönlich und schätze ihn. Mit allem Respekt, den ich ihm gegenüber empfinde, lese ich aus dem Artikel von Prof. Dr. Martin Kriele. Der Artikel wurde in den Büchern von Prof. Dr. Besier und von Prof. Dr. Scheuch im Jahr 1999 veröffentlicht. Die Bücher tragen den Titel „Die neuen Inquisitoren. Religionsfreiheit und Glaubensneid“.

Der folgende Ausschnitt befindet sich im Band 1 auf der Seite 397f.:

In Berlin gibt es die charismatische „Gemeinde auf dem Weg“, in der viele von der offiziellen Kirche enttäuschte evangelische Christen Gottesdienste feiern. Vor mir liegen Abschriften von Tonbandaufzeichnungen, die bei vertraulichen Sitzungen der Gemeindeleitung gemacht wurden und die unter den Sektenjägern zirkulieren: Die Sektenbeauftragten müssen dort Wanzen installiert haben. Auf einem der Protokolle hat die Berliner Sektenbeauftragte, Frau Ruehle, einen namentlich gekennzeichneten Kommentar angebracht. Eine Sitzung, in der es um Finanzfragen ging, leitete Pastor Wolfhard Margies mit den Worten ein: „Ich meine, dass wir unter uns sein sollten und dass niemand, der nicht Mitglied der Gemeinde ist, hierbleiben sollte. Bitte, ich meine es diesmal ziemlich deutlich.“ Man kann sich das klammheimliche Vergnügen der Lauscher vorstellen, die den Text unter die Leute brachten. Die Indizien lassen den Verdacht aufkommen, dass eine Behörde des Berliner Senats so mit Methoden der Gestapo und der Stasi agiert.

Soweit aus dem Aufsatz von Prof. Kriele.

Unterwanderung von deutschen Pastoren- und Leiterschaftskonferenzen

Aufgrund solcher makaberen Realitäten leidet natürlich die Glaubwürdigkeit von deutschen  Pastoren- und Leiterschaftskonferenzen. Datenschutz, Integrität und Wahrhaftigkeit sind bei diesen Treffen nicht gewährleistet. Man muss schließlich damit rechnen, dass Personen, die neben einem sitzen, Spitzel, Sektenbeauftragte, Boulevardjournalisten sind. Sie versuchen krampfhaft Menschen auszuhorchen, um Informationen zu bündeln. Durch missbrauchte Informationen boykottieren sie Dienstwerke, hetzen Pastoren und Leiter gegeneinander auf, spielen sie aus und zerstören gute Beziehungen. Wenn sie keine Informationen haben, erfinden sie welche.

Solche Vorgehensweisen wären nicht möglich, wenn Leiter und Teilnehmer sich ethisch aufrichtig mit solchen Missständen auseinander setzen würden.

Chance für den Leib Christi

Viele Pastoren und Leiter pfingstlich-charismatischer Prägung suchen nach öffentlicher oder gar ökumenischer Anerkennung. Aus Feigheit und Angst vor Repressalien streben sie nach einer fragwürdigen Einheit, die weder biblisch noch rechtlich tragbar ist.

Einerseits ist es bedauerlich, dass charismatische Leiter und Pastoren Opfer solcher Intrigen werden, andererseits ist damit für den Leib Christi die Chance gegeben, die bestehende Ignoranz abzubauen. Das erfordert allerdings Rückgrat.

Wer trotz dieser Umstände meint, gute Beziehungen zu Sektenbeauftragten zu unterhalten, hat jeden Bezug zur Realität aufgegeben.

Andreas Fischer

Macht, Sex und Intrigen